DAS PROJEKT "HAVELAUEN"

Es gibt viele Synonyme und Beiwörter, mit denen die alte Obstmetropole an der Havel bedacht werden kann. Mehr und mehr zählt dazu auch der Begriff „Havelauen“. Geografisch kennzeichnet er das Gebiet der früheren Werderschen Wiesen im Norden der Stadt. Administrativ verweist er auf einen heranwachsenden neuen Stadtteil. Funktional steht er für ein außerordentlich verkehrsgünstig gelegenes Terrain, in dem sich eine rekultivierte Auenlandschaft, mit den Reizen einer Gartenstadt, breiten Freizeitangeboten und dem Arbeitsplatzpotential eines gewerblichen Hinterlandes auf charmante Art und Weise verbinden werden.

 

Begonnen hat diese Entwicklung vor gut 15 Jahren, nachdem die einstmals sowjetische Garnison aufgehört hatte zu bestehen. Die in Richtung Osten abziehenden Truppen hinterließen wie auch in vielen anderen Städten und Dörfern der früheren DDR so etwas wie eine Militärbrache. Diese erwies sich zum Glück weniger mit Altlasten durchsetzt, wie das in anderen Orten der Fall war. Die Stadt Werder (Havel) erhielt städtisches Gelände zurück, allerdings in Gestalt eines Konversionsgebietes. Das bedeutete, die vorgefundene städtebauliche Konkursmasse nicht nur umzunutzen, sondern gänzlich umzugestalten.

 

Die vorgefundene Gebäudestruktur ging im Kern zurück auf eine Luftkriegsschule der Wehrmacht, die dort in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre entstand. Dieser Ausbildungsstätte für Offiziere der Luftwaffe waren eine Flugzeugführerschule angeschlossen und ein Fliegerhorst zugeordnet. Das durch Obst und Wasser geprägte Städtchen wurde ein Standort der Luftwaffe. Den größten Teil der vormaligen Werderschen Wiesen nahm jetzt das annähernd runde Flugplatzgelände ein. An seinen Rändern standen fünf große Flugzeughallen und eine Werfthalle. Südlich davon befanden sich die Unterkünfte und Funktionsbauten der Luftkriegsschule.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die als Befreier gekommene Rote Armee das Gelände. Sie nutzte es noch bis 1957 als Sitz von hohen Stäben der Luftstreitkräfte, danach als Standort recht unterschiedlicher Einheiten der Landstreitkräfte. Über die Kasernenmauer hinaus erregten vor allem ein Instandsetzungswerk für Pioniergerät und ein Lazarett Aufmerksamkeit. Die neuen Nutzer passten das Flugplatz- und Kasernengelände schnell ihren spezifischen Bedürfnissen an. Bis auf drei Flugzeughallen wurden die Bestandsbauten im wesentlichen weiter genutzt. Einige Gebäude erhielten Erweiterungstrakte und es entstanden zahlreiche neue Bauten, vor allem Wohnblocks und Funktionsbauten unterschiedlichster Art, darunter große Garagenkomplexe und das auffällige Instandsetzungswerk.

Nach dem Abzug des Militärs 1994 wurden etwaige Altlasten ermittelt und unter gewissenhafter Kontrolle mit teilweise hohem Aufwand beseitigt. Die unter sowjetischer Ägide realisierten, zumeist minderwertigen oder unpassenden Zubauten sind Zug um Zug entfernt worden. Es gelang frühzeitig, einige bedeutsame Gewerbeansiedlungen zu realisieren (Miele). Ein städtebaulicher Wettbewerb lieferte die Grundlage für die Gesamtentwicklung des rund 130 Hektar großen Geländes und führte auch zur Ausspülung einer künstlichen eines Stichkanals. Letztere eröffnete bis dahin nicht gedachte städtebauliche Optionen. Die in breitem Maße geplante Errichtung von Wohnbauten begann mit der Errichtung einer Reihenhaussiedlung im Norden des Areals.

 

Etwa ein Jahrzehnt lang vollzog sich diese Entwicklung in Verantwortung der MEGA AG als Investor.

 

Mit deren Insolvenz trat ab 2002/2003 Stagnation ein. Die Zukunft der Havelauen als Wohn- und Gewerbestandort war in Frage gestellt. Zudem wurde der Stadt eine „Baustelle“ riesigen Ausmaßes hinterlassen. Öffentliche Flächen (Grünflächen; Spielplätze; Verkehrsflächen u.a.) in einer Größe von nahezu 300.000 Quadratmeter waren zum Zeitpunkt der Insolvenz „naturbelassen“, also ohne jede Investition geblieben. 2010 und 2011 erwarben die in Werder (Havel) ansässigen Unternehmen „TRAX. Gesellschaft für Grundstücksentwicklung und Erschließung mbH“ sowie die „HPG Havelauen Projektgesellschaft mbH“ die bislang unentwickelten Flächen und leiteten eine neue Etappe bei der Entwicklung der Havelauen zu einem eigenständigen Stadtteil ein. Weitaus stärker als vordem wird die Ausprägung des Charakters einer Gartenstadt verfolgt. Schritt um Schritt erschließen beide Unternehmen Baugrundstücke für die Einzelhausbebauung. Neue Straßen entstehen. Das Entwicklungsgebiet werden einmal 200.000 Quadratmeter öffentliche Grünflächen durchziehen. Ihre Planung erfolgte 2011 in Übereinstimmung mit den Vorgaben des Bebauungsplanes und des Naturschutzes. Der Auencharakter der Landschaft bleibt sichtbar und die grünen Zeilen tragen ihrerseits zur Strukturierung der Wohnräume bei. Der alte Uferweg wird erhalten und steht Jedermann(frau) für lange Spaziergänge entlang des Sees uneingeschränkt zur Verfügung.

 

Gegenwärtig arbeiten TRAX und HPG im Allgemeinen Wohngebiet auf Grundlage zweier mit der Stadt Werder (Havel) geschlossener Erschließungsverträge. Die Verträge umfassen ein Gesamtareal von mehr als 120.000 Quadratmeter. Auf ihnen entstanden und entstehen noch bis zum Spätherbst 2012 etwa 175 Baugrundstücke. Bis Ende Juni waren davon bereits 75 Grundstücke an individuelle Bauherren verkauft. Fast wöchentlich finden Richtfeste statt, oder man sieht Umzugswagen in das Baugebiet fahren. Bereits jetzt zeichnen sich die Havelauen durch eine ungewöhnliche bauliche Vielfalt aus. Der gültige Bebauungsplan gestattet die Errichtung von Einfamilienhäusern, Wohnbungalows, Reihenhäusern, Ferienanlagen, Hotels, Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie von Gewerbeeinrichtungen. Die Vorgaben im Hinblick auf Bauformen, einzusetzende Materialien, technische Installationen und Ausrichtung der Bauten sind ausgesprochen liberal und gestatten die Umsetzung auch ausgefallener Visionen.

 

Der neue Werderaner Stadtteil zeichnet sich nicht nur durch eine gute soziale Durchmischung aus, sondern auch durch eine – wenn man so will – geografische. Bereits jetzt kommen die Einwohner und Gewerbetreibenden nicht nur aus Werder, sondern auch aus Potsdam, Berlin und anderen Teilen Deutschlands. Nicht selten erfassen Umzugswillige aus sehr viel weiter entfernten Gebieten das Potential der Havelauen besonders scharf. Als Investoren in einem neuen Stadtteil fühlen sich TRAX und HPG auch für die Entwicklung der Infrastruktur verantwortlich. In dieser Konsequenz haben die Bauarbeiten für einen neuen Kindergarten begonnen und die Verkehrsanbindung des in Vorbereitung befindlichen Nahversorgungszentrums ist in Vorbereitung.

 

Eine Marina am Nordrand und eine am Stichkanal sorgen mit ihrem vielfältigen Service dafür, dass der Wassersport einen vorderen Platz in den Freizeitbetätigungen vor der Haustür einnehmen kann. Aus dem nassen Element wird auch die Therme ihr Potential ziehen, die im südöstlichen Teil der Havelauen entsteht. Sie erhält möglicherweise eine Scharnierfunktion und führt die Werderaner aus den südlich gelegenen Stadtteilen mit denen in den Havelauen zusammen. Der HPG, die im Rahmen des Erwerbs der im Süden der Havelauen gelegenen Flächen auch zwei Kasernenanlagen aus den dreißiger Jahren übernommen hatte, ist es gelungen, mit der Projekt Rentenvorsorge OHG einen solventen, erfahrenen Investor für den Erhalt und die Sanierung der historischen Gebäude zu gewinnen. Nach Erteilung der Baugenehmigung werden in den an Vier-Seiten-Höfe erinnernden Arealen helle, freundliche Wohnungen entstehen, insgesamt mehr als 130.

 

Die Havelauen sind auf einem guten Weg. In enger Zusammenarbeit mit der Kommune bemühen sich TRAX und HPG, das Projekt „blühende Gartenstadt“ von der Vision in die Realität zu überführen. Vor genau 100 Jahren, im April 1912, legten der Landvermesser Alfred Jeschel und der Ingenieur Karl Härtel den Stadtvätern von Werder einen Bebauungsplan für die Werderschen Wiesen, die heutigen Havelauen, vor. Es ist gut zu wissen, dass unsere Bemühungen in einer langen Tradition stehen und dass heute umgesetzt werden kann, was die Geschichte im 20. Jahrhundert noch verhinderte.

 

 

 

  • 1. Marina Zernsee
  • 2. Reihenhäuser
  • 3. Spiel und Sportplatz
  • 4. Freie Schule
  • 5. KiTa
  • 6. Marina Havelauen Werder
  • 7. Musterhauspark
  • 8. Stadtplatz mit Gastronomie & Einzelhandel
  • 9. Promenade
  • 10. BlütenTherme
  • 11. Einkaufsmöglichkeiten
  • 12. Hotel
  • 13. Sanierung von Bestandsbauten/Wohnungen